Makerspace

ein Ort des technischen Empowerments

Was ist ein Makerspace?

Ein Makerspace ist ein physischer Ort, der als offene Werkstatt oder Bastellabor fungiert. In der gängigen Definition wird ein Makerspace als ein Ort beschrieben, an dem engagierte Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft – zusammenkommen, um gemeinsam an technischen, handwerklichen und interdisziplinären Projekten zu arbeiten. Diese Makerspaces Definition umfasst dabei immer den Fokus auf das gemeinschaftliche Gestalten, Präsentieren und Teilen von Wissen. In diesem Umfeld sind Erfahrungswerte für den schnellen Prototypenbau die zentrale „Ware“, die zwischen den Teilnehmenden ausgetauscht wird. Große und kleine Events wie Repair-Stammtische oder Hackathons hauchen dem Ort zusätzlich Leben ein.

Die Bedeutung eines Makerspace und seine pädagogischen Ziele

Die eigentliche Makerspace Bedeutung liegt im technischen Empowerment und der Förderung der digitalen Mündigkeit. Er dient als Raum für den individuellen Stärkenausbau und vermittelt wichtige Zukunftskompetenzen wie Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. Durch das selbstgesteuerte Tüfteln erfahren Lernende Selbstwirksamkeit und übernehmen Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess. Zudem können Makerspaces zur Bildungsgerechtigkeit beitragen, indem sie gerade benachteiligten Kindern und Jugendlichen neue Wege zum Lernerfolg eröffnen.

Gründung und Organisationsformen eines Makerspaces

Ein Makerspace kann in unterschiedlichen Rechtsformen betrieben werden, beispielsweise als eingetragener Verein (e.V.), als Unternehmen (GmbH oder gGmbH) oder direkt angegliedert an einer Universität oder Schule sein.

Beispiele für Makerspace

als e.V.: MINT-Labs Regensburgs e.V.

als gGmbH: H3cke Makerspace Rosenheim

als GmbH: UnternehmerTUM MakerSpace GmbH

an einer Uni: M!ND Universität Würzburg 

an einer Schule: Oskar-Maria-Graf-Gymnasium Neufahrn

Die Initiative geht meist von einer „Anschieber-Person“ aus, die ein Kernteam von drei bis sieben Personen um sich schart. Dieses Team übernimmt verschiedene Arbeitspakete wie Wartung, Fundraising, Sicherheit oder Didaktik. Besonders im schulischen Kontext ist die Unterstützung durch die Schulleitung und die Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft für den Erfolg entscheidend.

Voraussetzungen und räumliche Gestaltung eines Makerspace

Für den Betrieb sind weniger tiefgreifende Vorkenntnisse als vielmehr Kontaktfreudigkeit, Begeisterung für Technik und ein Sicherheitsverständnis erforderlich. Räumlich wird eine Fläche von etwa 50 bis 100 Quadratmetern empfohlen, wobei der Raum idealerweise verschiedene Phasen des Kreativprozesses (Recherche, Prototyping, Präsentation) unterstützt. Verschiedene Arbeitsbereiche sollten Platz für die Lagerung von Materialien und Werkzeugen bieten. Die Einrichtung schafft optimalerweise durch flexible Möbel und frei zugänglichen, gut sortierte Materialien eine einladende Atmosphäre. Ein stationärer Makerspace benötigt zudem eine gute IT-Infrastruktur und ausreichend Stromanschlüsse. Doch auch, wenn kein fester Raum vorhanden ist, besteht die Möglichkeit einen mobilen Makerspace einzurichten.

Ausstattung im Makerspace: Lasercutter, 3D-Drucker & Mikrocontroller

Die Ausstattung eines Makerspace kann schrittweise erfolgen und reicht von einfachen Bastelmaterialien bis hin zu Hightech-Maschinen. Zur Grundausstattung gehören oft Verbrauchsmaterialien wie Gaffa-Tape oder Pappe sowie moderne Maschinen wie 3D-Drucker, Schneideplotter oder ein Makerspace Lasercutter. Im Bereich Hardware spielen Mikrocontroller wie der Calliope mini oder Arduino eine zentrale Rolle, um eigene Ideen technisch umzusetzen. Auch der allzeit beliebte Lötkolben darf in der Grundausstattung nicht fehlen.

Lernen durch Makerspace Kurse und Makerspace Workshops

Der Wissenserwerb findet häufig in Form von Projekten oder durch spezifische Makerspace Workshops und Makerspace Kurse statt. Da das prozesshafte Lernen im Vordergrund steht, eignen sich zur Bewertung Portfolios oder die Vergabe von digitalen Badges (s. auch Abschnitt „Dokumentation und Bewertung von Leistungen“), die beispielsweise einen Maschinenführerschein transparent machen.

Makerspace in der Schule

Die neue Rolle der Lehrkraft

In einem Makerspace verändert sich die Rolle der Lehrenden von der instruierenden Lehrperson hin zur Lernbegleitung oder zum Mentor. Lehrkräfte müssen hierbei oft aushalten, die Antworten selbst nicht zu kennen und den Lernenden den Raum geben, durch Fehler selbst zu Erkenntnissen zu gelangen. Ein zentraler Aspekt ist die „Einfach-machen-Mentalität“, bei der das gemeinsame Experimentieren auf Augenhöhe im Vordergrund steht. Im Makerspace ist der Freiraum gegeben für eine positive Fehlerkultur. Hier wird ermutigt, diskutiert und hin zu einer Lösung gearbeitet, nach dem Grundprinzip in der Maker-Education „Mach Fehler“. Mit dem Ziel das Vertrauen des Lernenden in die eigenen Fähigkeiten zu stärken und die Leistung zu fördern. Auch das Konzept des Peer-Learnings kommt hier zum Tragen. Ältere Schüler*innen zeigen jüngeren Schüler*innen innerhalb der Maschinenführerscheine Know-how und Best-practices an den jeweiligen Maschinen. Dieser Ansatz führt dazu, dass Schüler*innen nicht nur Wissen konsumieren, sondern aktiv Verantwortung übernehmen. Das Gemeinschaftsgefühl und der gegenseitige Respekt werden dadurch gestärkt.

Makerspace in der Schule – herausgegeben von den „Junge Tüftler*innen“, Konnektiv und Save the Children Deutschland e.V.

Dokumentation und Bewertung von Leistungen

Da in Makerspaces das prozesshafte Lernen im Vordergrund steht, stoßen klassische Noten oft an Grenzen. Als alternative Nachweissysteme eignen sich Portfolios, in denen die Lernenden ihren Projektprozess dokumentieren. Ein moderner Ansatz ist die Vergabe von digitalen Badges, wie sie über die Plattform Open Educational Badges (OEB) realisiert werden können. Diese Infrastruktur ermöglicht es Institutionen (wie dem Makerspace) den Kompetenz-Erwerb ihrer Lernenden durch digitale Zertifikate transparent, standardisiert und über Institutionsgrenzen hinweg vergleichbar sichtbar zu machen. So können spezifische Fähigkeiten oder Maschinenführerscheine unabhängig davon dokumentiert werden, ob sie in formalen, non-formalen oder informellen Kontexten erworben wurden. Dies motiviert die Lernenden zur Selbstständigkeit, da ihre individuellen Lernerfahrungen für sie selbst und andere transparent nachvollzogen werden können.

Hinweis zur OEB-Plattform: Die Plattform bietet eine tragfähige Infrastruktur für kompetenzorientierte Bildungsarbeit. Interessierte Institutionen können sich kostenfrei registrieren und in wenigen Minuten eigene Badges erstellen, um Lernerfahrungen gezielt sichtbar zu machen.

Vernetzung in der Maker-Community

Makerspaces sind Teil einer weltweiten Bewegung. Wichtige Netzwerke sind die internationale FabFoundation und im deutschsprachigen Raum der Verbund der offenen Werkstätten oder das Netzwerk Schoolfablab.de in Nordrhein-Westfalen. Messen wie die Maker Faire dienen dem Austausch und der Präsentation von Projekten. Ein wesentlicher Wert dieser Community ist das Sharing, also das Teilen von Bauanleitungen und Lernmaterialien als Open Educational Resources (OER).

FAQ – Häufige Fragen zum Thema Makerspace

Ein Makerspace ist ein physischer Ort, der als offene Werkstatt oder Bastellabor fungiert. In der gängigen Definition wird ein Makerspace als ein Ort beschrieben, an dem engagierte Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft – zusammenkommen, um gemeinsam an technischen, handwerklichen und interdisziplinären Projekten zu arbeiten.

In der Schule ist ein Makerspace ein Lern- und Kreativraum, der Schülerinnen und Schülern Zugang zu unterschiedlichsten Materialien, Werkzeugen und Technologien (wie 3D-Druckern oder Lasercuttern) bietet. Er dient dem technischen Empowerment und der Förderung der digitalen Mündigkeit. Schüler lernen dort durch selbstgesteuertes Tüfteln wichtige Zukunftskompetenzen wie Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken. Die Lehrkraft übernimmt dabei eine neue Rolle als Lernbegleitung oder Mentor, während die Schüler oft durch Peer-Learning voneinander lernen.

Die Kostenstruktur variiert:

  • Für Schulklassen: Viele außerschulische Lernorte in Bayern sind für Klassen kostenfrei oder bieten stark vergünstigte Tarife an. Es können jedoch Gebühren für spezielle Führungen oder Workshops anfallen.
  • Allgemein: Manche Makerspaces finanzieren sich durch Sponsoring, Sachspenden oder schülergeführte Firmen. Konkrete Informationen zu Preisen finden sich oft auf der MINT-Karte Bayern (verlinken) oder direkt bei den jeweiligen Anbietern.

Um eine offene Werkstatt oder einen Makerspace in der Nähe zu finden, kannst du folgende Netzwerke nutzen:

  • MINT-Karte Bayern: Sie bietet einen Überblick über mehr als 200 außerschulische MINT-Lernorte in ganz Bayern, darunter auch Makerspaces, FabLabs und Schülerlabore.
  • Überregionale Netzwerke: Der Verbund der offenen Werkstätten (für den deutschsprachigen Raum) und die internationale FabFoundation führen Listen und Karten mit Standorten.

Es gibt heute wenig bis keine gravierenden Unterschiede zwischen den beiden Begriffen. Historisch gesehen waren FabLabs (Fabrication Laboratories) ursprünglich durch die FabFoundation zertifizierte, community-basierte Einrichtungen, während der Begriff Makerspace bisweilen eher in Richtung Industrie oder allgemeinerer Werkstätten genutzt wird. In der Praxis werden die Begriffe jedoch oft synonym verwendet.