Makerspace in der Schule
Die neue Rolle der Lehrkraft
In einem Makerspace verändert sich die Rolle der Lehrenden von der instruierenden Lehrperson hin zur Lernbegleitung oder zum Mentor. Lehrkräfte müssen hierbei oft aushalten, die Antworten selbst nicht zu kennen und den Lernenden den Raum geben, durch Fehler selbst zu Erkenntnissen zu gelangen. Ein zentraler Aspekt ist die „Einfach-machen-Mentalität“, bei der das gemeinsame Experimentieren auf Augenhöhe im Vordergrund steht. Im Makerspace ist der Freiraum gegeben für eine positive Fehlerkultur. Hier wird ermutigt, diskutiert und hin zu einer Lösung gearbeitet, nach dem Grundprinzip in der Maker-Education „Mach Fehler“. Mit dem Ziel das Vertrauen des Lernenden in die eigenen Fähigkeiten zu stärken und die Leistung zu fördern. Auch das Konzept des Peer-Learnings kommt hier zum Tragen. Ältere Schüler*innen zeigen jüngeren Schüler*innen innerhalb der Maschinenführerscheine Know-how und Best-practices an den jeweiligen Maschinen. Dieser Ansatz führt dazu, dass Schüler*innen nicht nur Wissen konsumieren, sondern aktiv Verantwortung übernehmen. Das Gemeinschaftsgefühl und der gegenseitige Respekt werden dadurch gestärkt.
Dokumentation und Bewertung von Leistungen
Da in Makerspaces das prozesshafte Lernen im Vordergrund steht, stoßen klassische Noten oft an Grenzen. Als alternative Nachweissysteme eignen sich Portfolios, in denen die Lernenden ihren Projektprozess dokumentieren. Ein moderner Ansatz ist die Vergabe von digitalen Badges, wie sie über die Plattform Open Educational Badges (OEB) realisiert werden können. Diese Infrastruktur ermöglicht es Institutionen (wie dem Makerspace) den Kompetenz-Erwerb ihrer Lernenden durch digitale Zertifikate transparent, standardisiert und über Institutionsgrenzen hinweg vergleichbar sichtbar zu machen. So können spezifische Fähigkeiten oder Maschinenführerscheine unabhängig davon dokumentiert werden, ob sie in formalen, non-formalen oder informellen Kontexten erworben wurden. Dies motiviert die Lernenden zur Selbstständigkeit, da ihre individuellen Lernerfahrungen für sie selbst und andere transparent nachvollzogen werden können.
Hinweis zur OEB-Plattform: Die Plattform bietet eine tragfähige Infrastruktur für kompetenzorientierte Bildungsarbeit. Interessierte Institutionen können sich kostenfrei registrieren und in wenigen Minuten eigene Badges erstellen, um Lernerfahrungen gezielt sichtbar zu machen.