4K-Modell im Unterricht und in der Bildung
Beim 4K-Modell im Unterricht geht es nicht darum, Fachwissen zu ersetzen. Die 4 K Kompetenzen ergänzen Wissen um die Fähigkeit, es in konkreten Situationen anzuwenden.
Ein 4K-Modell Beispiel: Eine Klasse beschäftigt sich mit nachhaltiger Mobilität. Die Schülerinnen und Schüler prüfen Quellen – kritisches Denken. Sie entwickeln Verbesserungsvorschläge – Kreativität. In Gruppen einigen sie sich auf ein Konzept – Kollaboration. Anschließend präsentieren und begründen sie ihre Lösung – Kommunikation.
Damit werden die vier Kompetenzen in der Pädagogik miteinander verbunden. Für das 4K-Modell in der Bildung eignen sich besonders Aufgaben, bei denen Lernende recherchieren, experimentieren, beurteilen, entscheiden und gestalten.
4K-Modell, LehrplanPLUS und ISB
Im bayerischen Bildungssystem stellt der LehrplanPLUS die Kompetenzorientierung in den Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler sollen Wissen nicht nur erwerben, sondern in Anwendungssituationen nutzen können. Das 4K-Modell selbst wird jedoch nicht als übergreifender Kern des LehrplanPLUS herausgestellt.
Das ISB nennt das 4K-Modell neben der Kompetenzorientierung des LehrplanPLUS, der Kultur der Digitalität und Empfehlungen der Kultusministerkonferenz als Einfluss auf den Orientierungsrahmen Digitale Lernaufgaben. Treffender ist daher: Kompetenzorientiertes Lernen im LehrplanPLUS ist mit vielen Zielen des 4K-Modells gut vereinbar.
Außerschulische MINT-Bildung und 4K-Zukunftskompetenzen
Außerschulische MINT-Bildung bietet hervorragende Möglichkeiten, 4K-Zukunftskompetenzen praktisch erfahrbar zu machen. In Schülerlaboren, Makerspaces, Coding-Projekten oder Technikwerkstätten können junge Menschen experimentieren, Hypothesen testen, Fehler analysieren und Lösungen entwickeln.
Beispielsweise beim Bau eines Umweltmessgeräts müssen Lernende Messdaten kritisch prüfen, eine technische Lösung entwickeln, ihre Überlegungen erklären und gemeinsam Verbesserungen erarbeiten. MINT-Projekte verbinden die 4K zudem häufig mit Environmental Awareness, also Umweltbewusstsein und dem Verständnis ökologischer Zusammenhänge und damit den Blick auf die Gesellschaft der Zukunft.
Auch Berufsorientierung kann diese Future Skills stärken. Die MINT-Roadmap der IJF e.V. beispielsweise unterstützt Jugendliche dabei, Stärken und Interessen zu reflektieren und eine berufliche Vision zu entwickeln. Praktikumsangebote wie #empowerGirl und sprungbrett bayern machen MINT-Berufe praktisch erfahrbar.
4K und die Phase der Berufsorientierung
Ein konkretes Hilfsmittel ist die MINT-Roadmap der IJF. Sie ist als virtuelle Straßenkarte zur Berufsorientierung angelegt und unterstützt Jugendliche dabei, ihre eigenen Stärken und Interessen zu reflektieren, eine berufliche Vision zu entwickeln und mögliche Schritte auf dem Weg ins Berufsleben zu planen. Die Roadmap verbindet damit Berufsorientierung mit Elementen wie Selbstreflexion, Eigeninitiative und Futures Literacy: Jugendliche setzen sich aktiv damit auseinander, wie ihre eigene Zukunft aussehen könnte und wie sie diese gestalten können.
Gebündelte Informationen enthält die Seite MINT-Berufe.
Auch Praktika ermöglichen es, Future Skills in realen Arbeitsumgebungen zu erproben. #empowerGirl vermittelt Praktikumsangebote im MINT-Bereich mit einem besonderen Fokus auf Mädchen und möchte ihnen einen niedrigschwelligen Zugang zu MINT-Berufen und Unternehmen ermöglichen. Neben berufsorientierenden Schülerpraktika werden auch freiwillige Ferienpraktika angeboten.
sprungbrett bayern ist eine Online-Praktikumsbörse für Schülerinnen und Schüler aller Schularten in Bayern. Jugendliche finden dort Praktikumsangebote aus unterschiedlichen Branchen und können auf diese Weise Berufe praktisch kennenlernen und Kontakte zu Unternehmen knüpfen.
Solche Angebote ergänzen schulisches Lernen um einen entscheidenden Aspekt: 4K-Kompetenzen und Future Skills werden nicht nur theoretisch vermittelt, sondern in realen Entscheidungssituationen, Projekten und Arbeitsprozessen erfahrbar.