TUMO

Was ist TUMO?

Das TUMO Bildungsprogramm ist ein innovatives, außerschulisches Bildungskonzept für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Es bietet einen kostenlosen Zugang zu digitalen Technologien und kreativen Disziplinen. Im Gegensatz zu klassischen Bildungseinrichtungen setzen TUMO Lernzentren auf selbstgesteuertes Lernen, den Verzicht auf Noten und modernste technische Ausstattung, um Jugendliche auf die digitale Zukunft vorzubereiten – unabhängig von ihrer sozialen oder finanziellen Herkunft.

TUMO in 30 Sekunden erklärt

  • Digitales Bildungszentrum: Ein innovativer, außerschulischer Lernort an der Schnittstelle von Technologie und kreativer Gestaltung.
  • Kostenlos & Freiwillig: Ein gebührenfreies Lernangebot für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren.
  • Tech trifft Design: Fokus auf digitale Zukunftsthemen wie Programmieren, Game Design, Robotik und 3D-Modellierung.
  • Keine Noten, kein Frontalunterricht: Gelernt wird im eigenen Tempo über eine interaktive Software („TUMO Path“), begleitet von Coaches und in Praxis-Workshops mit Profis.
  • Weltweites Netzwerk: TUMO ist international aktiv als erfolgreiches Konzept mit Standorten von Los Angeles bis Mumbai.

Woher kommt TUMO?

Das erste TUMO Zentrum wurde 2011 in Jerewan, der Hauptstadt von Armenien, eröffnet. Gegründet wurde es von den libanesisch-armenischen Tech-Unternehmern und Philanthropen Sam und Sylva Simonian. Ihr Ziel war es, der armenischen Jugend nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Perspektive zu bieten und das Land durch digitale Bildung zukunftsfähig zu machen. Aufgrund des enormen Erfolgs des Konzepts wurde TUMO schnell zu einem Exportschlager. Heute gibt es Zentren und Hubs in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt, darunter Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Libanon und Albanien.

“Living Diploma” statt Schulnoten – Das unterscheidet TUMO von herkömmlichen Lernkonzepten

 

Merkmal TUMO Konzept allgemeinbildende Schule
Leistungsbewertung „Living Diploma“: Ein digitales Portfolio, das alle fertigen Praxisprojekte der Jugendlichen sammelt. Schulnoten und klassische Zeugnisse, basierend auf Klausuren und mündlicher Mitarbeit.
Lehrplan Individuell: Jugendliche wählen ihre Themen selbst und lernen im eigenen Tempo. Lehrplan: Themen und Lerntempo werden durch das Schulministerium und die Lehrkraft vorgegeben.
Lernmethode Selbstgesteuert & Projektbasiert: Lernen durch Ausprobieren, interaktive Software und praktische Workshops. Oft Frontalunterricht: Wissensvermittlung durch die Lehrkraft an die gesamte Klasse.
Rolle der Betreuer Coaches & Mentoren: Helfen bei Blockaden, motivieren und begleiten den individuellen Lernweg. Die Mentoren sind dabei externe Experten aus der Wirtschaft oder Wissenschaft. Lehrkräfte: Vermitteln den Stoff, prüfen das Wissen und vergeben Noten.
Zugang Freiwillig & Kostenlos: Für alle Interessierten (12-18 Jahre), keine Vorkenntnisse nötig. Schulpflicht: Verpflichtende Teilnahme für alle Kinder und Jugendlichen.

Der Ablauf bei TUMO

Das Lernen bei TUMO basiert auf einem dreistufigen Modell, das Theorie und Praxis fließend miteinander verbindet.

Selbstlernen (TUMO Path):

Die Jugendlichen loggen sich in eine eigens entwickelte Lernsoftware ein. Diese schlägt ihnen kleine Aufgaben und interaktive Übungen in verschiedenen Themenbereichen vor. Die Jugendlichen arbeiten sich in ihrem eigenen Tempo durch die Module. Bei Fragen stehen jederzeit sogenannte Coaches bereit.

Workshops:

Sobald ein Jugendlicher durch das Selbstlernen genug Grundlagen in einem Bereich (z.B. Animation) gesammelt hat, kann er an einem Workshop teilnehmen. Diese werden in drei Level (Anfänger, Fortgeschrittene, Profis) unterteilt und von Fachexperten geleitet. Hier arbeiten kleine Gruppen an gemeinsamen Praxisprojekten.

Learning Labs:

Dies sind besondere Intensivkurse (oft als Bootcamps in den Ferien). Externe Experten aus der Industrie, Kunst oder Wissenschaft kommen zu TUMO, um mit den Jugendlichen an realen, komplexen Aufgabenstellungen zu arbeiten.

Welche Themen und Skills werden bei TUMO vermittelt?

TUMO legt den Fokus auf die Schnittstelle zwischen Technologie und Design. In deutschen TUMO-Lernzentren, werden bis zu 10 Lernfelder angeboten:

  • Programmierung
  • Robotik
  • Spieleentwicklung
  • 3D-Modellierung
  • Animation
  • Film- und Videoproduktion
  •  Musikproduktion
  • Grafikdesign
  • Fotografie
  • Zeichnen

Wo gibt es TUMO in Deutschland?

In Deutschland wird der Ausbau der TUMO-Lernzentren maßgeblich durch die KfW-Bankengruppe sowie durch verschiedene regionale Stiftungen und Kommunen gefördert. Das erste deutsche Zentrum eröffnete 2020 in Berlin. Mittlerweile wächst das Netzwerk stetig, mit etablierten und geplanten Standorten in Großstädten wie Mannheim, Essen, Frankfurt am Main, Lüdenscheid und Saarbrücken. Auch in Bayern befindet sich derzeit ein Standort im MINT-Zentrum Hirschaid bei Bamberg, welcher als erstes deutsches TUMO-Zentrum im ländlichen Raum eröffnet wurde. Um auch Jugendliche außerhalb von Großstädten zu erreichen, kommen zunehmend TUMO-Boxen zum Einsatz.

Die TUMO-Box: Mobiles Lernen im ländlichen Raum

Die TUMO-Box ist eine kompakte, mobile Variante des Bildungszentrums, die entwickelt wurde, um Jugendliche außerhalb von Großstädten zu erreichen. Sie besteht aus technisch voll ausgestatteten, klimatisierten Containern und bringt das Bildungsangebot direkt in ländliche Regionen.

  • High-End-Ausstattung: Jede Box bietet moderne Computerarbeitsplätze mit spezialisierter Software für Grafik, Coding und Videobearbeitung.
  • Flexibles Lernmodell: Jugendliche nutzen die Box vor Ort für das individuelle Selbstlernen („TUMO Path“) und fahren für größere Workshops oder Praxis-Projekte in das nächstgelegene TUMO-Zentrum.
  • Chancengleichheit: Durch den geringen Platzbedarf und die schnelle Einsatzbereitschaft schließt die TUMO-Box die Bildungslücke zwischen Stadt und Land, ohne dass teure Neubauten entstehen müssen.

Wie können Schüler bei TUMO teilnehmen?

Die Teilnahme an den Standorten von TUMO in Deutschland ist unkompliziert:

  1. Anmeldung: Jugendliche oder deren Eltern melden sich online über die Website des jeweiligen lokalen TUMO-Zentrums an.
  2. Voraussetzungen: Die einzige Voraussetzung ist das richtige Alter (meist zwischen 12 und 18 Jahren). Es sind keine Vorkenntnisse oder gute Schulnoten erforderlich.
  3. Zeitaufwand: Nach der Anmeldung verpflichten sich die Jugendlichen in der Regel, für ein paar Stunden in der Woche (meist 2 bis 4 Stunden am Nachmittag oder Wochenende) ins Zentrum zu kommen.

FAQ – Fragen und Antworten zu TUMO in Deutschland

Die Teilnahme bei TUMO ist für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren zu 100 % kostenlos. Es fallen weder Mitgliedsbeiträge noch Kursgebühren an. Sämtliche Arbeitsmittel und Technologien werden vor Ort gebührenfrei zur Verfügung gestellt:

  • Hardware: Zugänge zu modernen Workstations, Laptops, Kameras und Instrumenten.
  • Software: Professionelle Programme für Coding, Grafikdesign, Animation und Musikproduktion.
  • Betreuung: Individuelle Unterstützung durch erfahrene Coaches während der Lernzeiten.

Gründer des Konzepts sind die libanesisch-armenischen Tech-Unternehmer Sam und Sylva Simonian, die 2011 das erste Lernzentrum in Jerewan (Armenien) ins Leben riefen. Für die weltweite Expansion und die Qualitätsverankerung des Modells ist heute TUMO International zuständig. Die Organisation arbeitet weltweit mit lokalen Partnern, Bildungsinitiativen und Regierungen zusammen, um das Konzept in verschiedene Länder zu übertragen.

Der Name ist keine Abkürzung, sondern leitet sich historisch ab und bildet zusammen mit dem Zusatz den vollständigen Titel TUMO Center for Creative Technologies.:

  • Das Hauptzentrum in Armenien grenzt direkt an den bekannten Tumanyan-Park in Jerewan.
  • Dieser Park wurde nach dem berühmten armenischen Dichter Hovhannes Tumanyan benannt, von dessen Nachnamen sich der Spitzname TUMO
  • Heute steht der Name weltweit als Eigenmarke für kostenlose, digitale Bildung an der Schnittstelle von Technologie und Kunst.

Da das Angebot für Jugendliche vollständig gebührenfrei ist, basiert die Finanzierung auf öffentlichen Mitteln, Stiftungen und Sponsoren. Die Netzwerkerweiterung von TUMO Deutschland wird maßgeblich unterstützt durch:

  • Förderbanken: Allen voran die KfW-Bankengruppe als zentraler Initiator in Deutschland.
  • Stiftungen & Kommunen: Regionale Partner und Stiftungen (wie die Crespo Foundation) sowie die beteiligten Städte und Bundesländer.
  • Unternehmen: Spenden und Sponsoring aus der freien Wirtschaft und der IT-Branche.