BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Definition

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein Bildungsansatz, der Menschen dazu befähigen soll, verantwortungsbewusst im Sinne einer nachhaltigen Zukunft zu handeln. Im Fokus steht dabei die Frage, wie wir uns verhalten sollten, ohne die Lebensgrundlagen nachfolgender Generationen zu gefährden. Die BNE-Definition bezieht dabei explizit ökologische, ökonomische und soziale Aspekte ein, um ein ganzheitliches Bild zu zeichnen. Der Ansatz fördert Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

BNE in 30 Sekunden erklärt

  • BNE Definition: BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dieser Bildungsansatz soll dazu beitragen, dass Menschen verantwortungsbewusst im Sinne einer nachhaltigen Zukunft handeln.
  • Ziel: Menschen sollen befähigt werden, nachhaltige Entscheidungen zu treffen und dabei ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen zu berücksichtigen.
  • Kompetenzen: BNE fördert unter anderem kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.
  • BNE vor Ort: BNE kann bereits im Kindergarten, aber auch in der Schule, in der Ausbildung, im Studium sowie an außerschulischen Lernorten stattfinden.
  • BNE und MINT: Als wichtige Zukunftsthemen sorgen BNE und MINT für das nötige Fachwissen und Teilhabe an nachhaltigen Konzepten und Lösungen.

Was ist BNE?

Die Frage „Was ist BNE?“ kann man mit einer kurzen Begriffsdefinition dieses Bildungsansatzes beantworten: Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Wissen, Werte und Kompetenzen, um zukunftsfähig zu denken, die Auswirkungen des eigenen Handelns zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen für die Zukunft des Planeten zu treffen.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Bildung für nachhaltige Entwicklung vereint ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Darunter versteht man, dass die Interessen von Umweltschutz, wirtschaftlichem Handeln und gesellschaftlicher Gerechtigkeit gemeinsam betrachtet und miteinander in Einklang gebracht werden sollten.

Ziele von Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verfolgt das Ziel, Menschen zu befähigen, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert zu handeln. Dabei stehen nicht nur Umwelt- und Klimaschutz im Mittelpunkt, sondern auch soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Verantwortung und demokratische Teilhabe.

Nach den Bildungszielen in Bayern soll BNE erreichen, dass Schüler*innen

  • ihr eigenes Handeln vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen überdenken,
  • den Zusammenhang zwischen dem eigenen Konsumverhalten, ökonomischen Interessen und ökologischen Folgen hinterfragen,
  • Entwicklungsmaßnahmen hinsichtlich ihrer weltweiten Konsequenzen für Mensch und Umwelt beurteilen,
  • Informationen beschaffen und verstehen können, um sich Themen der Umweltbildung sowie der globalen Entwicklung zu erschließen und diese je nach Alter zur gesellschaftlichen Mitgestaltung nutzen.

 Kurz gesagt: BNE unterstützt Menschen dabei, die Folgen ihres Handelns besser einzuschätzen und aktiv Verantwortung für die eigene Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen.

Gestaltungskompetenzen in der BNE

Die Gestaltungskompetenz ist ein zentrales Element der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie umfasst die Fähigkeit, nachhaltige Entwicklung zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und verantwortungsbewusste Entscheidungen für eine nachhaltige Zukunft zu treffen und umzusetzen.

Dazu gehören im Einzelnen zwölf Teilkompetenzen:

  1. Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
  2. Vorausschauend denken und handeln
  3. interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen
  4. Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können
  5. Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
  6. An Entscheidungsprozessen partizipieren können
  7. Sich und andere motivieren können aktiv zu werden
  8. Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen können
  9. Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können
  10. Selbstständig planen und handeln können
  11. Empathie und Solidarität für Benachteiligte zeigen können
  12. Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlagen nutzen können

Globale Nachhaltigkeitsziele als Orientierungsrahmen

 Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) bilden einen globalen Orientierungsrahmen für nachhaltige Entwicklung. Als Ziele formulieren sie unter anderem die Bekämpfung von Armut, den Schutz des Planeten und die Sicherung von Frieden. Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt in diesem Kontext Wissen über globale Zusammenhänge und fördert Kompetenzen, die dazu beitragen, die Ziele umzusetzen. Hochwertige Bildung ist außerdem selbst ein Ziel der SDGs.

Die Bedeutung von BNE in der Bildungslandschaft

Nachhaltige Entwicklung gehört zu den zentralen Zukunftsaufgaben der Gesellschaft. Themen wie Klimawandel, Umweltschutz oder der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen erfordern neue Denk- und Handlungsweisen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung hilft dabei, diese Herausforderungen zu verstehen und Lösungsansätze zu entwickeln. Sie stärkt kritisches Denken, Problemlösungskompetenzen sowie die Fähigkeit, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Gerade im MINT-Bereich spielt BNE eine wichtige Rolle. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse, technische Innovationen und digitale Technologien können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, nachhaltige Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern

Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern ist in der Bildungslandschaft fest verankert. Das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen nennt in Artikel 1 das Verantwortungsbewusstsein für Natur, Umwelt, Artenschutz und Artenvielfalt als eines der Bildungsziele. Artikel 2 ergänzt die Aufgabe der Schulen, Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt und Verständnis für die Zusammenhänge nachhaltiger Entwicklung zu fördern.

Als fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel wird BNE im LehrplanPLUS genannt. Dabei werden ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbunden. Schüler*innen sollen dadurch befähigt werden, Zusammenhänge zu erkennen, eigene Urteile zu entwickeln und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Weiter konkretisiert wird dies in den Richtlinien zur Umweltbildung an bayerischen Schulen.

 

BNE in der Praxis

Bildung für nachhaltige Entwicklung kann in vielen Bildungsbereichen umgesetzt werden. Anknüpfungspunkte gibt es vom Kindergarten bis in den Bereich der Erwachsenenbildung.

Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kindergarten

Im Kindergarten bietet es sich an, den Kindern zu vermitteln, wie man sorgsam mit Wasser und Energie umgehen kann, Pflanzen und Tiere zu beobachten oder das Thema Mülltrennung zu behandeln. Auf diese Weise lassen sich erste Erfahrungen mit dem Bezug zur eigenen Lebenswelt verknüpfen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Grundschule & Sekundarstufe

Im schulischen Umfeld ist das Thema Nachhaltigkeit an verschiedenen Stellen in den Unterricht integrierbar oder sogar elementarer Teil des Lehrplans – etwa im Sachunterricht, in Mathematik, Kunst oder den Naturwissenschaften. Praktische Anwendungsfelder gibt es beispielsweise rund um Ernährung, Energie, Recycling oder Biodiversität.

Bildung für nachhaltige Entwicklung: Unterrichtsmaterial für Schulen und Kindergärten

Unterrichtsmaterial für Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützt dabei, Themen wie Klimaschutz, Energieverbrauch, Ressourcen und nachhaltigen Konsum altersgerecht und praxisnah zu vermitteln. Dazu gehören beispielsweise klassische Arbeitsblätter, aber auch praktische Elemente wie Experimente oder Lernspiele. Besonders im MINT-Unterricht lassen sich BNE-Themen mit praktischen Aufgaben und naturwissenschaftlichen Fragestellungen verbinden. Die Schüler*innen können beispielsweise Daten sammeln, Zusammenhänge herstellen und nachhaltige Lösungen daraus ableiten. Auch im Kindergartenalter bieten sich rund um die Themen Wasser, Müll, Energie praktische Anknüpfungspunkte für Unterrichtsmaterialien zu Bildung für nachhaltige Entwicklung.

BNE und MINT – Zukunftsthemen für die Gesellschaft

BNE und MINT sind zentrale Zukunftsthemen. MINT-Kompetenzen liefern das notwendige Fachwissen, um nachhaltige Entwicklungen zu verstehen und innovative Lösungen zu entwickeln.

Anwendungsgebiete sind unter anderem erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität, Wasserversorgung und Wasserqualität oder ressourcenschonende Materialien. Neben Fachwissen vermittelt BNE also auch berufliche Perspektiven.

Informationen über MINT-Berufe findest du hier: MINT-Berufe

 

 

FAQ – Häufige Fragen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Abkürzung BNE bedeutet Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein Bildungsansatz, der Menschen Wissen, Werte und Fähigkeiten vermittelt, um zukunftsfähige und nachhaltige Entscheidungen treffen zu können. Dies bedingt, dass sie die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen ihres Handelns verstehen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung stärkt unter anderem kritisches Denken, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein, systemisches Denken sowie die Fähigkeit, komplexe Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beobachten.

Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (oder auch Drei-Säulen-Modell) umfassen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Diese werden als gleichwertige Faktoren betrachtet.

Bildung für nachhaltige Entwicklung kann für alle Altersgruppen angepasst und umgesetzt werden. Dabei werden Themen wie Natur, Umwelt, Ressourcen oder gemeinschaftliches Handeln vermittelt.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) bilden einen Orientierungsrahmen für BNE. Sie richten sich unter anderem auf die Bekämpfung von Armut, den Schutz des Planeten und die Sicherung von Frieden.