Forschendes Lernen

Ein Überblick

Forschendes Lernen hat sich als wichtiges pädagogisches Prinzip in Kita, Grundschule, Schule und sogar im Studium etabliert. Gerade im Sachunterricht ermöglicht dieser hands on Ansatz Kindern und Jugendlichen, ihre Umwelt selbstwirksam zu erforschen, eigene Fragen zu stellen und Antworten durch experimentieren zu finden. Doch was genau bedeutet forschendes Lernen, wie wird es umgesetzt und welche Methoden eignen sich besonders gut?
Der folgende Text liefert eine klare Definition, praktische Beispiele und zeigt, wie und wo Lernende vom Kindergarten bis zur Hochschule erfolgreich forschendes Lernen erleben können.

Forschendes Lernen in 30 Sekunden erklärt

  • Zentrales Prinzip: Forschendes Lernen erfolgt durch aktives Experimentieren und „Hands-on“-Tätigkeiten an authentischen Orten wie Science Centern, FabLabs oder Schülerlaboren.
  • Wissenschaftliches Arbeiten: Schülerinnen und Schüler agieren wie echte Wissenschaftler, indem sie komplexe Phänomene – etwa in der Robotik oder Aerodynamik – selbst erforschen und moderne Technologien wie 3D-Druck nutzen.
  • Motivation durch Selbstwirksamkeit: Anstatt Theorie nur zu konsumieren, erschließen sich Kinder Wissen durch eigenes Entdecken, was die Neugier weckt, und die Lernbereitschaft steigert.
  • Nachhaltiger Lernerfolg: Durch das reale Erleben und das praktische Lösen von Problemen werden abstrakte Themen greifbar und bleiben langfristig im Gedächtnis.
  • Kompetenzaufbau: Neben Fachwissen werden beim gemeinsamen Forschen wichtige Schlüsselqualifikationen wie Teamarbeit und Kommunikation gefördert.

Forschendes Lernen – Definition zum Verständnis

Forschendes Lernen beschreibt eine Lernform, bei der Kinder, Schüler*innen oder Studierende lernen wie Wissenschaftler*innen arbeiten. Sie gehen einer Frage oder einem Problem nach, formulieren Hypothesen, führen Experimente durch, recherchieren Informationen, reflektieren ihre Ergebnisse und leiten Erkenntnisse ab, die präsentiert werden. Mit dieser forschendes Lernen Methode werden sie bestens auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet. Und das entlang der gesamten Bildungskette.

Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Eigenständiges Fragenstellen und Problemstellung erfassen
  • Hands on durch Erkunden, Beobachten und Experimentieren
  • Methoden aus echten Forschungsprozessen anwenden
  • Reflexion der Ergebnisse
  • Präsentation alleine oder als Teamarbeit

Dieses Konzept wird häufig mit forschungsbasiertem Lernen oder inquiry-based learning gleichgesetzt. Es schult von frühster Kindheit an wichtige Schlüsselqualifikationen. In außerschulischen Lernorten wie beispielsweise dem DLR schoollab kann dies darüber hinaus an authentischen Orten, sogenannten außerschulischen Lernorten, erprobt werden.

Forschendes Lernen in der Kita

Auch in der Kita lässt sich forschendes Lernen hervorragend einbinden. Bereits Vorschulkinder stellen Fragen zu ihrer Lebenswelt und interessieren sich für Zusammenhänge. Ihre natürliche Neugier ist die Triebfeder für eine hohe Motivation und Lernspaß. Und die logische Konsequenz aus dem angeborenen beobachtenden und nachahmenden Lernen.
Beispiele für forschendes Lernen Kita:

  • Wind und Luft: „Warum fliegt ein Papierflieger?“
  • Naturphänomene: „Wie entstehen Regenbogen?“
  • Technik erkunden: „Was passiert, wenn man Zahnräder dreht?“

Pädagog*innen begleiten die Kinder beim Hypothesen entwickeln und Experimentieren, geben Impulse und helfen beim Beobachten, ohne Lösungen vorwegzunehmen. So schulen Kinder schon ganz früh wichtige Schlüsselqualifikationen des forschenden Lernens.

Forschendes Lernen im Sachunterricht der Grundschule

Im Sachunterricht ist forschendes Lernen Grundschule besonders effektiv, weil Kinder hier ihre Lebenswelt aktiv erkunden können. Themen aus dem Heimat- und Sachkundeunterricht oder Ethik eignen sich ideal für kleine Forscherfragen. Forschendes Lernen und MINT für Kinder Angebote fördert Kompetenzen wie Kreativität, Problemlösefähigkeit und kritisches Denken. Kinder sollen nicht nur Ergebnisse übernehmen, sondern sie selbst entdecken. Wissen produzieren statt nur rezipieren und hands on sind hier das Motto.

Ein klassisches Beispiel für forschendes Lernen im Sachunterricht ist:

Thema: „Warum schmilzt Eis schneller an bestimmten Orten?“

Ablauf:

  • Kinder stellen Hypothesen auf: Sonne? Wärme? Oberfläche?
  • Sie testen verschiedene Plätze oder Unterlagen.
  • Die Kinder dokumentieren die Schmelzdauer und ziehen eigene Schlüsse.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass forschendes Lernen in der Grundschule bereits früh in der Bildungslaufbahn ansetzt, für jedes Altersstufen geeignet ist und zentrale Schlüsselkompetenzen fördert. An außerschulischen Lernorten oder speziell MINT für Kinder Angeboten kann forschendes Lernen auch in der Freizeitgestaltung eine Rolle spielen.

Weitere Beispiele für Forschungsfragen im Sachunterricht der Grundschule:

  • „Warum schwimmen manche Gegenstände und andere nicht?“
  • „Wie funktioniert ein Stromkreis?“
  • „Welche Materialien sind saugfähig?“

Der Unterricht orientiert sich dabei an realen Forschungsprozessen und macht Wissen nicht nur verständlich, sondern erlebbar.

Forschendes Lernen in Schule und Studium

Forschendes Lernen in der Schule wird vor allem in den MINT Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik relevant. Schüler*innen sollen dabei wissenschaftliche Methoden anwenden, Hypothesen bilden und Experimente planen sowie ihre Ergebnisse als nachhaltige Unterrichtsnachbereitung im Team präsentieren. Der Lehrplan+ in Bayern ermöglicht forschendes Lernen auch an außerschulischen Lernorten, wo mit methodischen und didaktischen Grundlagen außerschulisches Lernen Begeisterung weckt.

Die Biologie beispielsweise bietet idealtypische Bedingungen für forschendes Lernen:

  • Die Keimung von Pflanzen beobachten
  • Das Verhalten von Tieren untersuchen
  • Mikroskopische Untersuchungen
  • Experimente zum Stoffwechsel von Organismen

Schüler*innen lernen so, biologische Zusammenhänge selbst zu entdecken.

Im Studium hat forschendes Lernen eine noch größere Bedeutung. Studierende arbeiten an Forschungsprojekten, analysieren Daten, führen Experimente durch oder schreiben wissenschaftliche Arbeiten – oft unterstützt durch KI-Anwendungen. Gut, wenn diese Arbeitsweise schon frühzeitig für spätere MINT Berufe erlernt wurde.

Forschendes Lernen – Methoden aus der Praxis

Typische Methoden für forschendes Lernen sind:

  • Beobachtungen
  • Experimente
  • Messungen
  • Interviews und Umfragen
  • Recherchen
  • Projektarbeit
  • Lernwerkstätten
  • Problembasiertes Lernen

Sie folgen häufig einem wissenschaftlichen Ablauf in sechs Schritten:

  1. Frage finden
  2. Hypothese entwickeln
  3. Untersuchung planen
  4. Ergebnisse sammeln und auswerten
  5. Schlussfolgerungen ziehen
  6. Präsentation der Ergebnisse

FAQ – Häufige Fragen zu forschendem Lernen

Forschendes Lernen ist eine Lernform, bei der Lernende aktiv sind, Fragen stellen, Hypothesen entwickeln, Experimente planen und durchführen und Ergebnisse reflektieren und präsentieren – ähnlich wie Wissenschaftler*innen. Die angeborene Neugier von Kindern ist hier die Triebfeder um mit Spaß wichtige Inhalte zu lernen.

In der Schule bedeutet forschendes Lernen im Sachunterricht, dass Schüler*innen Themen durch eigenes Erkunden, Experimentieren und Analysieren verstehen – und zwar umfassend und tiefgründig. Es fördert selbstständiges Denken und problemlösende Kompetenzen. Wichtige Schlüsselqualifikationen also, die für Zukunftsberufe, wie beispielsweise in MINT Berufen, wichtig sind.

Es gibt unzählige Beispiele für MINT Experimente im Sachunterricht. Beispielsweise untersuchen Kinder, warum manche Materialien schwimmen und andere sinken. Sie testen Hypothesen, dokumentieren Ergebnisse und präsentieren ihre Erkenntnisse vor der Klasse. Für solche Projekte in MINT Fächern kommt die IJF in Bayern kostenfrei in die Schulen oder die Klassen besuchen außerschulische Lernorte, die man auf der MINT Karte finden kann.

Auf der MINT Karte Bayern sind über 200 MINT Anbieter als außerschulische Lernorte in ganz Bayern verzeichnet. Dort findet forschendes Lernen in regelmäßigen Kursen, als Ausflug ins Wissenschaftsmuseum, in Feriencamps oder im Rahmen der Codeweek statt. Bekannte außerschulische Lernorte sind MINT labs, FabLabs, TUMO, DLR Schoollabs, Bayernlabs und viele mehr.