Open Educational Badges (OEB)

Definition, Vorteile und Beispiele

Open Educational Badges (OEB) sind digitale Zertifikate, die Lernerfahrungen und Kompetenzerwerb standardisiert sichtbar machen. Sie sind verifizierbar, teilbar und anschlussfähig. Lernende erhalten ihren Badge per E-Mail. Dargestellt werden OEB als PNG-Dateien (Grafikdateien), die individuelle Metadaten enthalten. Diese beschreiben, wer den Badge erhalten hat, wer ihn ausgestellt hat und welche Kompetenzen gestärkt oder neu erworben wurden. Außerdem ist jeder Badge-E-Mail ein PDF-Zertifikat beigefügt, das den Lernerfolg ebenfalls abbildet.

OEB in 30 Sekunden erklärt

  • Open Educational Badges sind digitale Zertifikate (PNG-Grafiken mit Metadaten), die individuellen Kompetenzerwerb sichtbar machen.
  • Technisch basieren sie auf dem Open Badge Standard, inhaltlich auf der europäischen ESCO-Kompetenztaxonomie.
  • Sie sind fälschungssicher, einfach teilbar und über Institutionsgrenzen hinweg vergleichbar.
  • Open Educational Badges dokumentieren Lernerfolge aus formalen, non-formalen und informellen Kontexten gleichermaßen (z. B. Schule, AG oder außerschulische Lernorte).
  • Jugendliche bauen ein digitales Kompetenzprofil für Bewerbungen und die Berufsorientierung auf.
  • Die Grundfunktionen zur Erstellung von bis zu 5 Badges (KI-gestützt) und Vergabe von bis zu 100 Badges (auch via QR-Code) stehen kostenfrei zur Verfügung.

Einsatz von OEB in MINT-Angeboten

In Makerspaces, Schülerlaboren oder Workshops entstehen viele wertvolle Lernerfahrungen: Jugendliche programmieren Roboter, entwickeln 3D-Modelle, bedienen Maschinen oder setzen eigene Ideen in funktionierende Prototypen um. Dabei erwerben sie fachliche und überfachliche Kompetenzen wie kreatives Denken, Problemlösungsfähigkeit, Teamarbeit, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen.

Passende außerschulische Lernorte und MINT-Angebote, die solche Kompetenzen fördern, können auf der MINT-Karte Bayern entdeckt werden.

Open Educational Badges dokumentieren, welche Fähigkeiten erworben wurden und helfen Jugendlichen dabei, ihre eigenen Stärken bewusster wahrzunehmen.

Inhaltlicher Standard und Kompetenzprofil

OEB basieren auf der europäischen ESCO-Kompetenztaxonomie (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations). Dadurch werden Kompetenzen institutionsübergreifend einheitlich beschrieben und sind europaweit verständlich. Mit jedem Badge wächst ein persönliches Kompetenzprofil, das Jugendliche langfristig nutzen können, zum Beispiel als digitalen Maschinenschein, zur Berufsorientierung oder als Nachweis in Bewerbungen.

Mehrwert für MINT-Einrichtungen

Für Makerspaces und andere außerschulische MINT-Angebote bieten OEB eine einfache Möglichkeit, Lernerfolge sichtbar zu machen und digitale Nachweise effizient zu vergeben. Die bei der Vergabe entstehenden Metadaten werden anonymisiert in einem Dashboard ausgewertet. So können Einrichtungen die Wirkung ihrer Angebote sichtbar machen und die Daten beispielsweise für Evaluationen, Projektberichte oder Förderanträge nutzen.

Webinare: OEB unkompliziert kennenlernen

Für Institutionen, die tiefer in die Welt der digitalen Zertifikate eintauchen möchten oder Unterstützung bei der ersten Einrichtung auf der Plattform benötigen, bietet OEB regelmäßige kostenfreie Einführungs-Webinare an. In diesen Terminen wird praxisnah vermittelt, wie Sie eigene Badges erstellen, das Dashboard für die Wirkungsmessung nutzen und die Zertifikate effizient an Lernende vergeben können.

kostenfreie Einführungs-Webinare

aktuelle Termine und Anmeldung

Wie werden Badges vergeben?

Es gibt drei gängige Wege der Vergabe über die OEB-Plattform:
  1. PUSH (Direkt): Die Institution sendet den Badge per E-Mail an die Lernenden.
  2. PULL (QR-Code): Lernende fordern den Badge selbstständig über einen QR-Code an, die Institution gibt ihn mit einem Klick frei.
  3. Automatisiert: Über eine offene Schnittstelle (API) können Badges direkt aus anderen Systemen ausgelöst werden.

FAQ – Häufige Fragen zu Open Educational Badges

OEB sind digitaler Standard: Sie sind fälschungssicher, können leicht in sozialen Netzwerken geteilt werden und enthalten detaillierte Metadaten, die weit über den Text eines herkömmlichen Zeugnisses hinausgehen.

Ja, die Registrierung auf der Plattform und das Sammeln von Badges ist kostenlos. Institutionen können zudem das kostenlose Grundpaket nutzen: Damit lassen sich bis zu 5 Badges mit dem KI-gestützten Editor erstellen und bis zu 100 Badges vergeben – auch per QR-Code.

Ja, durch die inhaltliche Basis auf der ESCO-Taxonomie und den technischen Open Badge Standard sind sie international vergleichbar.

Als fälschungssicheren Kompetzennachweis, z.B. in Bewerbungen, zur Berufsorientierung und für das persönliche Kompetenzprofil.

Die Verarbeitung erfolgt DSGVO-konform. Die bei der Vergabe entstehenden Daten werden für Auswertungen im Dashboard anonymisiert.

Die Plattform wurde aus dem Verbund-Forschungsprojekt MINT.OBadges (2023–2025) entwickelt, das vom Bundesministerium gefördert wurde. Seit 2026 wird sie von der mycelia gGmbH gezielt weiterentwickelt und betrieben.